Ergebnisse der Kommunalwahl 2004

In Baden-Württemberg hatten rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte wieder die Wahl: in den damals 1.110 Gemeinden und 35 Landkreisen wurden die Mitglieder von Gemeinderäten und Kreistagen gewählt.

Zeitreihe Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1975
(Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Zeitreihe Ergebnisse der Kreistagswahlen seit 1973
(Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Bei den Gemeinderatswahlen lagen die Wählervereinigungen an der Spitze. Nach dem endgültigen Ergebnis kamen sie auf 35,5 Prozent der Stimmen, was im Vergleich zu 1999 einem Plus um 1,8 Prozentpunkte entspricht. Die CDU lag bei 32,1 Prozent und verschlechterte sich damit um 1,9 Prozentpunkte. Aus dem aktuellen Ergebnis ging hervor, dass die Grünen bei den Gemeinderatswahlen mit plus 2,1 Prozentpunkten den größten Zugewinn verbuchen konnten. Sie kamen auf einen Stimmenanteil von 6 Prozent, wobei sie nur in rund einem Drittel aller Gemeinden antraten. Die SPD lag bei 18,1 Prozent (minus 1,7 Prozentpunkte) und die FDP bei 2,8 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).

Die CDU bleibt in den meisten großen Rathäusern im Südwesten stärkste Kraft. Zu den Gewinnern der Kommunalwahl können sich nach dem vorläufigen Ergebnis der unveränderten Stimmzettel in den Stadtkreisen aber auch die Grünen zählen.
Erste Zwischenergebnisse sahen die CDU in den Rathäusern von Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn und Pforzheim vorn. In Stuttgart kam die CDU dem Zwischenergebnis zufolge auf 32,9 Prozent (1999: 38,2 Prozent), die SPD erreichte 22,8 Prozent nach 23,4 Prozent vor fünf Jahren. Die Grünen legten um fünf Prozentpunkte auf 18,7 Prozent zu. Die Freien Wähler kamen von 6,4 auf 9,7 Prozent. Die FDP erreichte 6,5 Prozent nach 6,2 Prozent 1999.
In Tübingen wurden die Grünen mit 26 Prozent der Stimmen stärkste Fraktion.

Stimmenanteil
Grafik: 8421 medien.de


Aus den Kreistagswahlen ist die CDU unterdessen trotz Einbußen weit vor allen anderen Parteien als klarer Sieger hervorgegangen. Nach Auszählung der Stimmen in den 35 Landkreisen lag sie bei einem Stimmenanteil von 38,6 Prozent (minus 1,8 Prozentpunkte). Die SPD verschlechterte sich von 21,0 Prozent auf 18,7 Prozent. Die Grünen verbesserten sich von 7,3 auf 9,5 Prozent, und die FDP legte um 1,6 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,8 Prozent (1999 bei 54,1 Prozent).

Auch bei der Wahl des Regionalparlaments für die Region Stuttgart hat die CDU trotz Stimmenverlusten ihre Position als stärkste Kraft behauptet. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die CDU 38,6 Prozent der Stimmen (minus 3,9 Punkte). Die SPD konnte ihre Position als zweistärkste Fraktion mit 20,9 Prozent (minus 2,7 Prozentpunkte) verteidigen. Knapp vor den Grünen, die mit 12,8 Prozent deutlich Stimmen dazu gewannen (plus 2,9 Punkte), lagen die Freien Wähler mit 14 Prozent (plus 1,9 Punkte). Die Wahlbeteiligung lag nahezu unverändert bei 53 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei 52,0 Prozent (1999 bei 53 Prozent).

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Verhältniswahl - Gleichwertige Stimmen davon für

  Gemeinderatswahl Regionalwahl
 2004199920041999
CDU32,1 %34,0 %38,6 %40,4 %
SPD18,1 %19,8 %18,7 %21,0 %
FDP2,8 %2,3 %5,5 %3,9 %
Grüne6,0 %3,9 %9,5 %7,3 %
Andere Parteien0,8 %1,2 %2,0 %2,1 %
Gemeinsame
Wahlvorschläge
4,7 %5,0 %2,0 %2,4 %
Wähler-
vereinigungen
35,5 %33,7 %23,7 %22,8 %

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Insgesamt wurden 19.353 Bewerberinnen und Bewerber gewählt, davon 18.603 über die Verhältniswahl und 750 über die Mehrheitswahl. Von den 18.603 Sitzen, die bei der Verhältniswahl zugeteilt wurden, entfielen auf

Gemeinderatswahl - Anzahl der Sitze
 20041999
CDU5.717 Sitze30,7 %5.997 Sitze31,4 %
SPD2.632 Sitze14,1 %2.986 Sitze15,6 %
FDP254 Sitze1,4 %200 Sitze1,0 %
Grüne525 Sitze2,8 %376 Sitze)2,0 %
Andere Parteien35 Sitze0,2 %39 Sitze0,2 %
Gemeinsame
Wahlvorschläge
1.052 Sitze5,7 %1.160 Sitze6,1 %
Wähler-
vereinigungen
8.388 Sitze45,1 %8.314 Sitze43,6 %

Unter dem Begriff „Wählervereinigungen“ sind alle diejenigen politischen Gruppierungen erfasst, die nicht Parteien sind. Es handelt sich dabei also um Wählergruppierungen unterschiedlicher kommunalpolitischer Richtungen.
Das Verhältnis der auf die Parteien und Wählervereinigungen entfallenen Sitze hat bei den Kommunalwahlen mehr Aussagekraft als das Stimmenverhältnis. Die Besonderheiten des baden-württembergischen Kommunalwahlrechts (den Wählern stehen in den kleinsten Gemeinden nur acht, in den größten dagegen bis zu 60 Stimmen zur Verfügung; häufig wird die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Stimmen bewusst nicht voll ausgeschöpft) bieten für das Stimmenverhältnis keine zuverlässige Vergleichsbasis. Ein zuverlässiger landesweiter Vergleich der Stimmenzahlen ist bei den Kommunalwahlen auch deshalb nicht möglich, weil die Parteien und Wählervereinigungen nicht gleichmäßig in allen Gemeinden und Landkreisen angetreten sind. Die Parteien sind überwiegend in den größeren Städten und Gemeinden des Landes vertreten, in denen sie naturgemäß mehr Stimmen auf sich vereinigen können als in den kleineren Gemeinden, in denen die Wählervereinigungen besonders hervortreten.

Etwa 1,7 Millionen Menschen waren in der Region Stuttgart aufgerufen, nicht nur über neue Kreistage, Gemeinderäte und Europaparlamentarier, sondern auch über die Zusammensetzung der Regionalversammlung zu bestimmen. Bei der Wahl des Regionalparlaments für die Großregion Stuttgart hat die CDU trotz Stimmenverlusten ihre Position als stärkste Kraft behauptet. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die CDU 38,6 Prozent der Stimmen (minus 3,9 Punkte). Die SPD konnte ihre Position als zweistärkste Fraktion mit 20,9 Prozent (minus 2,7 Prozentpunkte) verteidigen. Knapp vor den Grünen, die mit 12,8 Prozent deutlich Stimmen dazu gewannen (plus 2,9 Punkte), lagen die Freien Wähler mit 14 Prozent (plus 1,9 Punkte).

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Frauen bei den Kommunalwahlen 2004:

Anteil an den Kandidaturen bei Gemeinderatswahlen leicht auf 28,2 Prozent gestiegen

Frauen in den Kommunalparlamenten des Landes sind noch seltener vertreten als in den Parlamenten auf europäischer, Landes- und Bundesebene: In den Deutschen Bundestag wurden 195 Frauen gewählt (32 Prozent), im Europaparlament liegt der Frauenanteil bei 30 Prozent und im Landtag von Baden-Württemberg bei knapp 24 Prozent. In den Kommunalparlamenten von Baden-Württemberg sind Frauen hingegen weit schwächer vertreten: In den Gemeinderäten des Landes sind 21 Prozent Frauen und in den Kreistagen sogar nur gut 15 Prozent.

Frauenanteil
Grafik: 8421 medien.de. Quelle: Landesfrauenrat

Die Frauen in Baden-Württemberg stellen nach Angaben des Statistischen Landesamtes zwar die Mehrheit der wahlberechtigten Bevölkerung: So waren nach den Ergebnissen der Repräsentativen Wahlstatistik der Europawahl 2004 52 Prozent der Wahlberechtigten im Land Frauen. In den politischen Ämtern und Positionen sind Frauen jedoch nach wie vor stark unterrepräsentiert,  obwohl der Frauenanteil an den Kandidaturen und Gewählten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat.

Präsenz von Frauen in den Kommunalparlamenten Baden-Württemberg
(Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Zu den Gemeinderatswahlen am 13. Juni 2004 stellten sich in Baden-Württemberg insgesamt 61.068 Personen zur Wahl, darunter waren 17.209 Frauen. Im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen 1999 stieg damit der Frauenanteil unter den Kandidaturen leicht von 27,3 Prozent auf 28,2 Prozent, das heißt um 0,9 Prozentpunkte

Frauen bei den Kommunalwahlen 2004 in Baden-Württemberg
(Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

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Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung
Grafik: 8421 medien.de. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

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